Das 2°-Forum „Klimaschutz für Alle!“ erörtert Chancen und Potential von klimafreundlichem Verbraucherverhalten als neue Säule für den KlimaschutzDie Initiative „2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“ veranstaltete am 11. Februar 2009 in der Allianz SE Repräsentanz im Eugen- Gutmann-Haus am Pariser Platz in Berlin das 2°-Forum 2009 „Klimaschutz für Alle!“ mit dem Ziel, Marketingexperten und Produktinnovatoren aus führenden deutschen Unternehmen mit Klimaschutzfachleuten unterschiedlicher Disziplinen zusammenzubringen, um gemeinsam Voraussetzungen und Lösungsansätze für eine klimafreundliche Gesellschaft zu erarbeiten. Mit 320 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Medien und Nichtregierungsorganisationen bot das Forum den idealen Rahmen, um die Ergebnisse der 2°- Studie „Klimaschutz für Alle! Klimafreundlicher Konsum als neue Säule für den Klimaschutz!“ vorzustellen. Die Studie die von 2° zusammen mit der Marktforschungsgesellschaft GfK und der Beratung :response durchgeführt wurde, unterstreicht das Potential eines engen Zusammenspiels von Verbrauchern und Unternehmen als dritte tragende Säule für den Klimaschutz. Dabei geht es nicht darum, die Verantwortung für Klimaschutz allein auf den Verbraucher abzuwälzen, sondern die Chancen, die sich aus dem Zusammenspiel der drei Säulen politische Rahmensetzung, unternehmerische Innovation und Aktivierung der Verbraucher ergeben, optimal auszuschöpfen. Wie lässt sich bewusstes und nachhaltiges Verbraucherverhalten als tragende Säule einer klimafreundlichen Gesellschaft etablieren? Welche Rolle spielen hierbei unternehmerische Innovationen und politische Rahmenbedingungen? Ist Klimaschutz gleichbedeutend mit Verzicht oder nur für Wohlhabende möglich? Wie lässt sich Klimaschutz nicht mehr nur ausgewählten Gruppen, sondern der gesamten Bevölkerung zugänglich machen? Welche klimafreundlichen Produkte gibt es und wie lassen sie sich besser vermarkten? Dies waren zentrale Fragen, denen sich namhafte Vertreter aus Politik, Unternehmen, Wissenschaft und Verbraucherschutz in zwei hochrangig besetzten Podiumsdiskussionen und vier Fachforen zu unternehmerischen Innovationen stellten. In mehreren TED-Runden waren die Teilnehmer zusätzlich dazu aufgefordert, aktiv ihre Meinungen und Einschätzungen zum derzeitigen Stellenwert des Klimaschutzes in der Gesellschaft einzubringen. Unternehmerische Verantwortung für den KlimaschutzIn ihren Eröffnungsreden betonten Thomas Pleines, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG, und Dr. Jürgen Heraeus, Aufsichtsratsvorsitzender der Heraeus Holding, die erheblichen Marktchancen des Klimaschutzes für Unternehmen sowie die unternehmerische Verantwortung für eine klimafreundliche Gesellschaft. "Wenn wir das ehrgeizige Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, erreichen wollen, müssen wir den Bürger mitnehmen", erklärt Thomas Pleines. Und auch Jürgen Heraeus ermutigte in seiner Rede zur Zusammenarbeit aller relevanten Akteure. Im Zusammenspiel zwischen Verbrauchern und Unternehmen könne eine wichtige Stütze des Klimaschutzes entstehen. Nicht anstatt, sondern komplementär und verstärkend zu den Säulen Unternehmerische Innovation und Politische Rahmenbedingungen. Einbettung in internationale RahmenbedingungenProf. Dr. Ottmar Edenhofer, Stellvertretender Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Vorsitzender der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates IPCC setzte sich in seiner Keynote Speech kritisch nicht nur mit Möglichkeiten sondern auch Grenzen klimafreundlichen Verbraucherverhaltens auseinander. Er gab zu bedenken, dass das Aktivieren und Einbinden der Konsumenten für effektiven Klimaschutz und die erforderliche Änderung von Verhaltensmustern zwar wünschenswert, jedoch ein sehr langwieriger Prozess sei und betonte die Bedeutung international verpflichtender Vereinbarungen, wie die eines wahrhaft internationalen Emissionshandelssystems im Rahmen eines Kyoto- Nachfolgeabkommens als Voraussetzung für nachhaltigen Klimaschutz. Die 2°-Studie: Verbraucherverhalten als neue Säule für den KlimaschutzDoch was sind eigentlich die Vorstellungen der Verbraucher? Bessere Orientierungshilfen durch einfache und klare Kennzeichnungen und ein größeres Angebot an klimafreundlichen Produkten, jedoch kein Konsumverzicht, keine Einschränkung der Produktvielfalt oder spürbare Preisaufschläge für den Klimaschutz. Dies sind nur einige der Ergebnisse der 2°- Studie „Klimaschutz für Alle!“, welche Marek Wallenfels, Geschäftsführer der 2°-Initiative im 2°-Forum exklusiv vorstellte. Die Studie zeigt: Klimafreundliches Verbraucherverhalten kann zu einer weiteren Säule des Klimaschutzes werden, bisher wird dieses Potential jedoch nicht optimal ausgeschöpft. Die Bedeutung der Themen Klimaschutz und Energieeffizienz im Konsum hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Alter, Geschlecht und die soziale Situation beeinflussen Konsummuster und die damit verbundene Klimawirkung erheblich. Klimaschutz wird somit auch zur sozialen Frage: Geringverdiener werden vom Angebot klimafreundlicher Lösungen insbesondere durch die höheren Anschaffungskosten noch vielfach ausgeschlossen. Kaufentscheidende Wirkung hat der Klimaschutz dort, wo vertraute und einfache Kennzeichnungen zum Einsatz kommen. Die Verbraucher orientieren sich dabei stark an den etablierten Kennzeichnungen zur Energieeffizienz und dem „Blauen Engel“, neue und verwirrende klimaspezifische Kennzeichnungen stießen auf geringere Resonanz. Die von Marek Wallenfels vorgestellten Handlungsempfehlungen an Politik und Unternehmen waren deutlich: Unternehmen sollten Innovationen und Marketing verstärkt auf klimafreundliche Produkte und Nutzung umweltfreundlicher Technologien ausrichten und dem Verbraucher mehr Orientierung beim Klimaschutz bieten. Von der Politik werden klare marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Programme zur Förderung des Einsatzes klimafreundlicher und effizienter Produkte und Technologien erwartet. Die Politik sei jedoch vor allem bei der Weiterentwicklung der Kennzeichnung von klimafreundlichen und energieeffizienten Produkten gefordert. Mehr Transparenz bei der Klimawirkung und klare Signale könnten den klimafreundlichen Konsum nachhaltig stärken. Dies zeigten die Ergebnisse der 2°-Studie, die für die anschließende Podiumsdiskussion wichtige Impulse lieferten. Gemeinsam für den KlimaschutzIn der ersten Podiumsdiskussion, moderiert von Maike Rademaker von der Financial Times Deutschland, diskutierten Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Dr. Michael Heller, Vorstand Einkauf der Otto GmbH & Co KG und Tanja Gönner, Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg über die Voraussetzungen für klimafreundlichen Konsum. Es bestand Einigkeit darüber, dass der Klimaschutz nur im Zusammenspiel aller Akteure erreicht werden könne. Der Verbraucher müsse bei klimafreundlichem Konsum zwar unterstützt werden, eine Delegierung der Verantwortung für eine klimafreundliche Gesellschaft auf den Konsumenten allein sei aber weder im Interesse aller Beteiligten noch ausreichend für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft.Zentrale Aufgabe für Unternehmen sei es, das Thema Klimaschutz ganzheitlich zu betrachten. Es gelte neben der Unterstützung klimafreundlichen Konsums durch Kommunikations- und Marketingmaßnahme weiterhin gleichsam auf technologische Innovationen und nachhaltige Sortimentsgestaltung zu setzen. Darüberhinaus wurden die Handlungsmöglichkeiten der Politik erläutert, Rahmenbedingungen für die Unterstützung klimafreundlichen Verbraucherverhaltens und unternehmerischer Innovationen und Investitionen in Forschung und Entwicklung zu setzen. Politische Verbote beurteilten die Teilnehmer der Diskussion als wenig förderliches Instrument für effektiven Klimaschutz. Unternehmerische Innovationen für den KlimaschutzIm Anschluss an die Podiumsdiskussion wurden in den vier parallelen Fachforen „Gebäude & Energie“, „Leben & Kommunikation“, „Mobilität“ sowie „Finanzen & Vorsorge“ unternehmerische Innovationen und das Klimaschutzpotential von Verbraucherverhalten in diesen Lebensbereichen genauer beleuchtet. Das Fachforum „Gebäude & Energie“ stellte die Bereiche Bauen, Renovieren und Dämmen, Heizen, Strom und Haushaltsgeräte in den Vordergrund. Investitionen, so waren sich alle Teilnehmer einig, versprächen hier das höchste Energie- und Kosteneffizienzpotential im Vergleich mit anderen Lebensbereichen. Thomas Kwapich, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) erläuterte, wie fortgeschritten die politischen Rahmenbedingungen in der Gebäudesanierung bereits seien. Allerdings müssten die Verfahren aus Sicht der Bauherren bzw. Sanierer noch deutlich vereinfacht werden. Thomas Lauritzen, Leiter Unternehmenskoordination bei der Schüco International KG stellte mit dem 2°-Haus ein modernes, umweltfreundliches Haus vor, das schon jetzt Faktoren wie Lichteinfall und Wärmedämmung über intelligente Materialien regeln kann. Dr. Oliver Weinmann, Leiter des Innovationsmanagements der Vattenfall Europe AG, und Hans Lang, Leiter des Kompetenzzentrum Gebäudeenergieeffizienz der EnBW Vertriebs- und Servicegesellschaft mbH, präsentierten unterschiedliche Herangehensweisen der Stromanbieter, über spezielle Ökostromtarife oder „smarte“ Stromzähler, die den Verbrauch einzelner Geräte erfassen und steuern können, den Kunden klimafreundlichen Konsum zu ermöglichen. Die Diskussion erörterte Maßnahmen wie die eines auf europäischer Ebene vorangetriebenen „one-stop-shop“ für die Gebäudesanierung, der es dem Endverbraucher ermöglichen soll, sich im Kontakt mit nur einer zentralen Stelle im Dschungel der Möglichkeiten zur klimafreundlichen Gebäudesanierung zurecht zu finden. Insgesamt erwies sich der Bereich Gebäude & Energie als besonders vielversprechender Bereich, einen kosteneffizienten und bedeutenden Beitrag auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Gesellschaft zu leisten. Die Notwendigkeit für Unternehmen, das Thema Klimaschutz ganzheitlich anzugehen, war eines der zentralen Ergebnisse des Fachforums „Leben und Kommunikation“. Mit den Teilnehmern diskutierten Dr. Ignacio Campino, Vorstandsbeauftragter für Nachhaltigkeit und Klimaschutz der Deutschen Telekom AG, Thorsten Stradt, Direktor Marke und Werbung bei der Otto Group und Uwe Bergmann, Leiter Sustainability/CSR Management der Henkel AG & Co. KGaA. Für nachhaltigen Klimaschutz sei die Unterstützung des Konsumenten bei klimafreundlichem Konsum ebenso wichtig wie Maßnahmen im Bereich Produktinnovation, Forschung und Entwicklung sowie eine kohärente Kommunikationsstrategie, die „Klimafreundlichkeit“ zum zentralen Bestandteil der externen sowie internen Unternehmenskommunikation mache. Im Produktmarketing wurde darüberhinaus auf den Vorteil hingewiesen, den Wert Klimafreundlichkeit subtil (z.B. auf ein positives Lebensgefühl abstellend) und nicht explizit als Verkaufsargument zu kommunizieren, da der Verbraucher die Klimafreundlichkeit derzeit zwar als Mehrwehrt, oft aber andere Produkteigenschaften (Design, Effizienz, Funktionalität, Convenience etc.) als kaufentscheidend wahrnehme. Die strategische Verbindung beider Verkaufsargumente sei Voraussetzung für die erfolgreiche Etablierung klimafreundlicher Produkte als Standard. Von zentraler Bedeutung sei es, dem Konsumenten Differenzierungsvorteile zwischen klimafreundlichen und herkömmlichen Produkten unmissverständlich zugänglich zu machen und zusätzliche Informationen auf ihre Relevanz und Verdaulichkeit für den Verbraucher zu überprüfen. Bei zusätzlichen Labels für Klimafreundlichkeit bestünde jedoch die Gefahr des Verwirrungsmarketing, so dass sich ein Ausbau bestehender Label als sinnvollere Alternative anbiete. Für international tätige Unternehmen, so die Erkenntnis der Forumsteilnehmer, sei es von besonderer Bedeutung die Konsummuster in Deutschland im Kontext von Einstellungen der Verbraucher in anderen Zielmärkten zu betrachten. Im Fachforum „Mobilität“ standen neue, energiesparende Verkehr- und Logistikkonzepte im Mittelpunkt der Diskussion. Dabei wurde besonders der stärkeren Intermodalität (Vernetzung) der verschiedenen Verkehrsmittel große Bedeutung für eine energieeffiziente Zukunft der Mobilität zugerechnet. Christian Schreyer, Leiter Konzernstrategie und Verkehrsmarkt, stellte die Konzepte der Deutschen Bahn und „green logistics“ als Lösungen der Zukunft in diesem Bereich vor. Ergänend hierzu erläuterte Dr. Ruprecht Brandis, Senior Political Adviser bei der Deutschen BP AG, ausführlich das Potential der Entwicklung nachhaltigerer Kraftstoffe, neben der neuen Generation der Biokraftstoffe auch Erdgas, sowie die Anreize, die BP für energiesparendes Fahren setzt. Die Deutsche Energie- Agentur, vertreten durch Dr. Christian Rumpke, Bereichsleiter Energieeffiziente Verkehrssysteme, trägt zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Mobilität vor allem durch Aufklärungsarbeit und Informationskampagnen bei, die vor allem auf das Fahrverhalten der Autobesitzer abzielen. Ein prominentes Beispiel ist die Kampagne „Ich und mein Auto“, die anhand einer Kostenrechnung mögliche Einsparpotentiale von CO2 und Kosten für den Autofahrer aufzeigt. Ein weiterer viel diskutierter Aspekt war die „Klimaneutralisierung“ für Flüge und Autofahren, unter anderem durch das Instrument des Clean Development Mechanism (CDM). Im Rahmen des Forums „Finanzen & Vorsorge“ wurde die Bedeutung des Finanzsektors für einen umfassenden Klimaschutz und für nachhaltiges Wirtschaften herausgearbeitet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Potential und die Relevanz des Themas Klimaschutz für das Anlage-, Versicherungs- und Kreditgeschäft bisher weder von der Öffentlichkeit noch von der Mehrheit der Unternehmen systematisch und hinreichend adressiert wird. Während sich insbesondere institutionelle Investoren verstärkt dieser Themen annähmen, gehen von den Endkunden in Deutschland – von einzelnen erfolgreichen Ansätzen abgesehen – bisher keine vergleichbaren Impulse aus. In diesem Zusammenhang wies Dr. Gerhard Schick, MdB und finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, auf die Bedeutung weiter zu entwickelnder Rahmenbedingungen und auf die enge Verknüpfung des Themas Klimaschutz mit den Aspekten des Verbraucherschutzes und der Nachhaltigkeit bei der Altersvorsorge hin. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Klimaschutzes aus der Perspektive eines Finanzunternehmens stellte Dr. Lutz Cleemann, Senior Advisor der Allianz SE, dar. Karsten John, Abteilungsleiter Finanzsektor bei der GfK Marktforschung, verwies hierbei darauf, dass viele Anleger durchaus zu einem klimafreundlichen Anlageverhalten bereit wären, allerdings nur wenn ausgelöste Veränderungsprozesse und umgelenkte Finanzierungsströme transparent, verständlich und zuverlässig wären. Weitere Impulse und Handlungsansätze zur Stärkung des Klimaschutzes durch den Finanzsektor werden insbesondere bei institutionellen Investoren und auch durch staatliches Anlageverhalten erwartet. Ebenso sollte die Anlegerberatung um Nachhaltigkeits- und Umweltaspekte ergänzt werden. Hier bestehe großer Nachholbedarf, da Kunden – insbesondere bei Banken - auf die Bedeutung ihrer Investitionen bislang nur unzureichend hingewiesen würden. Die Relevanz des Klimawandels im Kreditgeschäft von Banken wurde ebenfalls hervorgehoben, wobei hier noch nach praktikablen Anreizmechanismen zur stärkeren Berücksichtigung der meist langfristigen Chancen und Risiken des Klimaschutzes bei der Kreditvergabe zu suchen wäre. Wege zur klimafreundlichen GesellschaftModeriert von Margaret Heckel, Ressortleiterin Politik bei Die Welt diskutieren Renate Künast, MdB und Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Langer, Gründerin und Vorstand der Utopia AG, Thomas Pleines, Vorsitzender des Vorstands der Allianz Versicherungs-AG, Prof. Dr. Harald Welzer vom Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen (KWI) und Prof. Meinhard von Gerkan, Prinzipal des Büros gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner die Frage „Wie ist eine klimafreundliche Gesellschaft möglich?“. Auf der Suche nach dem erfolgversprechendsten Weg um diese zu erreichen, setzten sich die Diskutanten unter anderem mit unternehmerischen Instrumenten, wie Produktinnovationen und Verkaufsstrategien sowie politischen Anreizen und Verboten auseinander. Die Teilnehmer der Diskussion waren sich einig, dass solche Rahmenbedingungen zwar wichtig seien. Darüber hinaus bedürfe es aber eines grundlegenden Bewusstseinswandels und einer daraus resultierenden Änderung der Lebensstile, um dem Ziel einer nachhaltig klimafreundlichen Gesellschaft näher zu kommen. Zwar wisse man aus Befragungen, dass viele Konsumenten ökofreundliche Produkte bereits vorzögen. Ob sie diese jedoch auch tatsächlich kaufen würden, entschiede sich oft am Preis. Noch gebe es eine schwer zu überbrückende Kluft zwischen vorhandenem Bewusstsein und tatsächlicher Aktion. Diese Kluft zu überbrücken wurde in der Diskussion als zentrale und gemeinsame Aufgabe aller Akteure identifiziert. Bisher gebe es nur wenige Produkte, die ökofreundlich und nicht teuer als vergleichbare normal produzierte Qualitäten seien. Die Wirtschaft habe ein sehr starkes Interesse, diese Nische mit intelligenten Lösungen und guter Vermarktung zu füllen. Dass es hierbei durchaus zu Quantensprüngen kommen könne, erklärte von Prof. von Gerkan. Er baut derzeit eine CO2-freie Stadt in China und stellte seine Pläne für eine mögliche Nutzung des Berliner Flughafens Tegel vor. Dort könnte ein Zentrum für all jene entstehen, die klimafreundliche Produkte entwickeln, vermarkten und verkaufen. Bei einem festlichen Empfang im Kaminzimmer des Eugen-Gutmann-Hauses mit Blick auf das Brandenburger Tor hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und die aufgezeigten Handlungsoptionen miteinander zu diskutieren. Das 2°-Forum wurde mit Hilfe von atmosfair klimaneutral gestaltet.
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